Borealis has combined with Borouge and NOVA Chemicals to form Borouge International, a new global polyolefins leader.
WIEN, 02. Juni 2026. Forschung und Innovation sind zentrale Treiber für Fortschritt, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Wertschöpfung in der chemischen Industrie Europas. Sie ermöglichen es, Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln und zugleich die Innovationsführerschaft Europas im internationalen Wettbewerb weiter auszubauen. Innovative Ideen und nachhaltige Projekte sind für den Wirtschaftsstandort Europa daher wichtiger denn je.
Drei ausgezeichnete Diplomarbeiten beweisen nun, dass es Österreich keinesfalls an fortschrittlichen Entwicklungen und talentierten Nachwuchskräften fehlt.
Bildung, Forschung und innovative Ideen sind entscheidende Faktoren für die weitere Entwicklung der europäischen Industrie. Sie bilden die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und stärken die Position Europas im globalen Wettbewerbsumfeld.
Die Förderung junger Talente spielt dabei eine wesentliche Rolle. Genau hier setzt der Borealis Social Fund an und unterstützt Initiativen, die junge Menschen dazu ermutigen, ihre Ideen weiterzuentwickeln und zu verwirklichen.
Drei HTL-Diplomarbeiten zeigen hierbei deutlich, dass sich der Ausgangspunkt für diese notwendigen Innovationen bereits an Österreichs Schulen findet. So beschäftigten sich drei Schülergruppen in ihren Abschlussarbeiten mit nachhaltigen und zukunftsweisenden Themen, wofür sie nun mit dem Borealis Innovation Award ausgezeichnet wurden.
Der durch Borealis, nun Borouge International, gesponserte Preis würdigt bereits seit 2006 HTL-Diplomarbeitsgruppen, welche sich sowohl durch ihre persönliche Leistung als auch durch ihre innovativen Projekte auszeichnen.
Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit befassten sich Nikola Jelinek und Denise Lehner mit dem biologischen Abbau von Kunststoffen durch natürliche Organismen. Die beiden Schülerinnen entwickelten eine Methodik, um Pilze nachzuweisen, welche Kunststoffe biologisch abbauen können. Hierdurch identifizierten sie gleich vier in der Natur vorkommende Pilzarten, welche unterschiedliche Kunststoffe als Nahrungsquelle nutzen können. Die Fachjury würdigte diese Leistung mit dem ersten Platz.
Energieeffiziente Prozesse stellen nicht nur einen ökonomischen Vorteil dar, sondern tragen auch zur Reduktion von CO2-Emissionen bei. Anna Decker und Lina-Marie Salzmann, welche den zweiten Platz belegten, widmeten sich in ihrer Diplomarbeit daher der Untersuchung des Trocknungsprozesses von Kunststoffen. Dabei konnten die beiden Absolventinnen zeigen, dass durch geeignete Trocknungsparameter eine Energieeinsparung von über 80 %, gegenüber Standardverfahren, erzielbar ist.
Malik Grovogui und Dominik Henhapel wurden schließlich für die Entwicklung ökologischer Lebensmittelverpackungen ausgezeichnet. In ihrer Diplomarbeit entwickelten sie zwei Biopolymere, welche unter anderem für Mehrweggetränkebecher zur Anwendung kommen. Dank gezielter Beeinflussung der Oberflächeneigenschaften lassen sich diese Becher im Waschprozess rückstandslos reinigen, wofür die beiden Jungtechniker mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurden.
Die Verleihung der Preise erfolgte durch Dr. Markus Horcher, Borealis Vice President Sustainability & Public Affairs und Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik (GFKT), welcher die besonderen Leistungen der jungen Talente hervorhob. „Es ist beeindruckend zu sehen, dass die nächste Generation junger Technikerinnen und Techniker so kreative und wegweisende Lösungen entwickelt, und auf diese Weise ihr Engagement für eine wettbewerbsfähige und nachhaltigere Zukunft beweist.“
„Für Borealis spiegelt sich in den praxisnahen Projekten die hohe Ausbildungsqualität der heimischen HTLs wider“, betonte Markus Horcher vor den rund 200 geladenen Festgästen, „und es freut uns, die Jugend für ihre Erfolge auszuzeichnen und ihre Leistungen sichtbar zu machen.“
Trotz seiner vergleichsweisen kleinen Größe stellt Österreich einen bedeutenden Industriestandort innerhalb Europas dar und belegt, gemessen an der Wirtschaftsleistung und der Patentanmeldungen, in beiden Kategorien einen guten 10. Platz innerhalb der EU.
Doch nicht nur angesichts der innovativen Industrie ist Österreich ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Neben den technischen Hochschulen bilden die Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) jährlich über 5.000 junge Technikerinnen und Techniker aus. Angesichts des Fachkräftemangels ist dies jedoch nur ein kleiner Teil der tatsächlich benötigten Ingenieurinne und Ingenieure. Allein in Österreich fehlen etwa 10.000 HTL-Absolventen1 und Deutschland weist eine Lücke im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) von 134.000 Fachkräften2 auf.
„Eine Ausbildung im naturwissenschaftlichen bzw. technischen Bereich bietet folglich beste Berufs- und Zukunftsaussichten mit abwechslungsreichen Tätigkeiten.“, ist sich Klemens Reitinger, Abteilungsvorstand am TGM, Wiens größter HTL, sicher. Die Erfolge lassen sich schließlich bereits an den prämierten Abschlussarbeiten erkennen und sind sicherlich erst der Anfang der zukünftigen Leistungen der jungen HTL-Absolventinnen und -Absolventen.“
Diplomarbeit: Identifikation von kunststoffabbauenden Pilzen
Projektteam: Denise Lehner und Nikola Jelinek
Firmenpartner: Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Mikrobielle Genetik
Kurzbeschreibung:
Oftmals finden sich Kunststoffe nicht dort wo sie hingehören. Anstatt korrekt entsorgt und dem Recyclingprozess zugeführt zu werden, landen Kunststoffe in der Umwelt und verschmutzen diese langfristig. Ein Ärgernis und eine Verschwendung von Ressourcen.
Denise Lehner und Nikola Jelinek untersuchten daher in der Natur aufgefundene Kunststoffteile. Dabei konnten sie mehrere Pilzarten (Rosea, Pseudodeflectus und Tubingensus) als aktive Abbauorganismen identifizieren und entwickelten ein System, um solche Pilze dabei zu beobachten, wie sie Kunststoff visuell zersetzen. Durch Ihre Diplomarbeit konnten die beiden Jungforscherinnen somit Organismen nachweisen, die sich sichtbar durch langlebige und kaum biologisch abbaubare Kunststoffe „fressen“.
Foto: Die Erstplatzierten Denise Lehner und Nikola Jelinek
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik)
Diplomarbeit: Energieeffizienz in der Materialtrocknung
Projektteam: Anna Decker und Lina-Marie Salzmann
Firmenpartner: Geberit Produktions GmbH & Co KG
Kurzbeschreibung:
Manche Kunststoffe nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebung auf. Wird das Material vor der Verarbeitung nicht ausreichend getrocknet, kann dies die Produktqualität negativ beeinträchtigen. In Zusammenarbeit mit Geberit wurden daher neueste Trocknertechnologien und die aktuell angewandten Trocknungsparameter evaluiert.
Im Rahmen der Diplomarbeit zeigten Anna Decker und Lina-Marie Salzmann hierbei, dass der Energieverbrauch und die erforderliche Trocknungsdauer je nach Trockner stark variieren. Ihre Ergebnisse belegen, dass Vakuumtrockner sowohl energetisch als auch hinsichtlich der erzielbaren Materialeigenschaften die besten Ergebnisse liefern. So konnte der Energieverbrauch um rund 80 % reduziert und auch die erforderliche Trocknungsdauer deutlich verringert werden.
Foto: Die Zweitplatzierten Anna Decker und Lina-Marie Salzmann
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik)
Diplomarbeit: Oberflächenmodifikation ökologischer Lebensmittelverpackungen
Projektteam: Malik Grovogui und Dominik Henhapel
Firmenpartner: E.L.T. Kunststofftechnik & Werkzeugbau GmbH & Co KG
Kurzbeschreibung:
Zahlreiche Lebensmittel werden aus hygienischen Gründen oder zur Verlängerung der Haltbarkeit verpackt. Einwegverpackungen aus beschichtetem Papier stellen hierbei, aufgrund ihres hohen Wasserverbrauchs in der Erzeugung und wegen ihrer begrenzten Recyclingfähigkeit, jedoch oft keine ökologische Ideallösung dar.
Malik Grovogui und Dominik Henhapel entwickelten daher, mit Unterstützung durch E.L.T. Kunststofftechnik & Werkzeugbau, zwei aus nachwachsenden Ressourcen hergestellte Kunststoffe. Die beiden Biopolymere wurden hierbei in ihren Oberflächeneigenschaften so modifiziert, sodass sich die daraus erzeugten Verpackungen besser Reinigen lassen. Anstelle von Einwegbechern lassen sich somit wiederverwendbare Mehrwegbecher herstellen, welche sowohl lebensmittelecht als auch biobasiert sind. Dies schont Ressourcen und reduziert zugleich entstehende Verpackungsabfälle.
Foto: Die Drittplatzierten Malik Grovogui und Dominik Henhapel
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik)
ENDE
Diese Nachricht wurde am 2. Juni 2026 als Presseaussendung von TGM veröffentlicht.
Rückfragekontakt:
Christopher Fischer
TGM - Die Schule der Technik
Wexstraße 19-23, 1200 Wien
Tel: +43 (01) 33126-557
E-Mail: cfischer@tgm.ac.at
[1] Industriewissenschaftliches Institut: HTL-Qualifikationen für die österreichische Industrie, https://www.feei.at/wp-content/uploads/2025/09/metabericht-htl-qualifikationen-sept-2025-01092025.pdf, Wien, 2025
[2] Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.: MINT-Frühjahrsreport 2026, https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2026/MINT-Frühjahrsreport_2026.pdf, Köln, 2026
Foto: Gewinner des Borealis Innovation Award 2026
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik). image. 1.74mbFoto: Die Zweitplatzierten Anna Decker und Lina-Marie Salzmann
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik). image. 2.57mbFoto: Die Drittplatzierten Malik Grovogui und Dominik Henhapel
© GFKT (Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik). image. 2.33mbÜber TGM
TGM – Die Schule der Technik ist mit rund 2.800 Schülerinnen und Schülern, sowie etwa 400 Lehrkräften die größte HTL Wiens. Das Ausbildungsangebot umfasst Biomedizin- und Gesundheitstechnik, Elektronik und Technische Informatik, Elektrotechnik, Informationstechnologie, Kunststoff- und Umwelttechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen.
Über Borouge International
Borouge Group International AG (Borouge International) ist ein weltweit führender Anbieter von Polyolefinen. Das Unternehmen ist 2026 durch den Zusammenschluss von Borealis, Borouge Plc und NOVA Chemicals entstanden. Unterstützt von den langfristigen Eigentümern XRG, dem internationalen Investmentarm von ADNOC, und OMV verfügt Borouge International über erstklassige Anlagen, einen privilegierten Zugang zu Rohstoffen und firmeneigene Technologien, um zuverlässige und leistungsstarke Polyolefin-Lösungen für die Bereiche Consumer Products, Infrastruktur, Energie, Mobilität und Advanced Products anzubieten.
Borouge International verbindet eine differenzierte Anlagenbasis, globale Reichweite und fundiertes technisches Know-how, um Kunden in wichtigen Wachstumsmärkten zu bedienen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Österreich, eine regionale Zentrale in Abu Dhabi sowie Unternehmenszentren in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum.
Erfahren Sie mehr über das Unternehmen auf https://www.borougeinternational.com/.
Über GFKT
Die Gesellschaft zur Förderung der Kunststofftechnik (GFKT) unterstützt die Ausbildung von jungen Kunststoffingenieurinnen und Kunststoffingenieuren an der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt (HTBLVA) Wien XX, welche besser als TGM – Die Schule der Technik bekannt ist. Die dafür benötigten Maschinen und Anlagen werden hierzu in Zusammenarbeit mit der Industrie zur Verfügung gestellt.
www.lkt-tgm.at/gfkt