March 09, 2026

Jede gesammelte Tonne macht einen Unterschied: Wie Project STOP durch Einbindung der Gemeinden, Innovation und Fortschritt beim Aufbau eines integrierten Abfallwirtschaftssystems in der Regentschaft Banyuwangi neue Maßstäbe setzt

Im Jahr 2017 gründeten Borealis und Systemiq gemeinsam Project STOP mit einer mutigen Vision: Plastikmüll im Meer an der Quelle zu stoppen, indem in Südostasien Kreislaufwirtschaftssysteme für die Abfallentsorgung aufgebaut werden. Bis heute hat Project STOP im Regentschaftsbezirk Banyuwangi (Ost Java) und anderen STOP-Partnerstädten in Indonesien mehr als 100.000 Tonnen Abfall gesammelt – ein Meilenstein, der nicht nur Zahlen widerspiegelt, sondern auch echte, greifbare Veränderungen für die Menschen und die Umwelt.

Mari Kylmälä

Mari Kylmälä, Projektleiterin von Project STOP bei Borealis und vor Ort in Indonesien tätig, spricht über den Weg dorthin, die Menschen hinter dem Fortschritt und warum dieses Projekt für alle bei Borealis eine Quelle des Stolzes und der Inspiration ist.

Im Jahr 2025 erreichte Project STOP einen wichtigen Meilenstein im Regierungsbezirk Banyuwangi in Indonesien. Mari, kannst du zusammenfassen, was dieses Jahr so außergewöhnlich gemacht hat?

Mari Kylmälä: 2025 war für uns bei Project STOP ein wegweisendes Jahr. Wir haben seit Projektstart in 2017 mehr als 100.000 Tonnen Abfall gesammelt. Um das in Relation zu setzen: Das ist genug Abfall, um mehr als 40 olympische Schwimmbecken zu füllen – Abfall, der sonst größtenteils in Flüssen, Ozeanen, offenen Deponien oder in Hinterhöfen verbrannt worden wäre. Das bedeutet sauberere Nachbarschaften, ein gesünderes Leben und eine nachhaltigere Zukunft für über 770.000 Menschen, die nun Zugang zu leistbaren, nachhaltigen Abfallentsorgungsdienstleistungen haben. Dieser Service ist für sie neu und musste von Grund auf aufgebaut werden. Das ist eine beeindruckende Leistung.

Was bedeutet das für die lokalen Gemeinden, abgesehen von den Vorteilen für die Umwelt?

Mari: Die Auswirkungen gehen weit über die Umwelt hinaus. Seit 2017 hat Project STOP 276 Vollzeitstellen in Banyuwangi und Umgebung geschaffen. Dabei handelt es sich um langfristige, sinnvolle Tätigkeiten und neue formelle Beschäftigungsmöglichkeiten, die es zuvor in der Region nicht gab – von Müllsammler:innen über Anlagenarbeiter:innen bis hin zu Vermittler:innen in den Gemeinden. Der wirtschaftliche Aufschwung ist genauso wichtig wie die Vorteile für die Umwelt, und darauf sind wir unglaublich stolz. Außerdem wird die Region von positiven Auswirkungen auf die Fischerei und den Tourismus profitieren, was weitere indirekte Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokalen Gemeinden schaffen wird.

Lass uns einen Blick auf die Anfänge der Initiative werfen: Warum hat Borealis beschlossen, Project STOP zu starten, und was macht es so einzigartig?

Mari: Wir sahen die dringende Notwendigkeit, das Problem der Plastikverschmutzung anzugehen, insbesondere in Regionen mit starker Vermüllung, in denen Abfälle häufig in die Umwelt gelangen. Wir bei Borealis glauben, dass echte Fortschritte nur dann erzielt werden können, wenn Innovation, Verantwortung und Partnerschaft Hand in Hand gehen. Wir wollten keine einmalige Initiative finanzieren, bei der wir nur begrenzte Kontrolle über das Projekt haben. Stattdessen haben wir uns gemeinsam mit unserem Mitbegründer Systemiq daran gemacht, einen Entwurf für ein nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsmanagement zu entwickeln, der als Blaupause auch anderswo umgesetzt werden kann. Durch die Unterstützung des lokalen Regentschaftsbezirks und die enge Zusammenarbeit mit der indonesischen Regierung, strategischen Partnern wie Clean Rivers und den Gemeinden investieren wir in Infrastruktur (wie Abfallbehälter, Fahrzeuge für die Sammlung und Abfallsortieranlagen), fördern Verhaltensänderungen, um Haushalte zur Teilnahme an der Abfallsammlung zu motivieren, und stellen sicher, dass die Gewinne aus dem Verkauf der sortierten Abfallfraktionen an Recyclingunternehmen in den Gemeinden bleiben.

Kannst du uns eine Geschichte teilen, die die Wirkung von Project STOP vor Ort veranschaulicht?

Mari: Eine Geschichte, die für mich besonders hervorsticht, stammt aus dem Dorf Singolatren. Als wir dort anfingen, war Plastikmüll ein großes Problem. Die Menschen vor Ort erinnern sich daran, wie mühsam die Abfallentsorgung früher war. Die Menschen warfen ihren Müll in den Fluss neben ihrem Dorf oder hinter ihren Häusern, oft um ihn zu verbrennen, und der Gestank war oft unerträglich. Mit der Einführung der Müllabholung im Dorf änderte sich die Situation. Die Menschen hörten auf, ihren Müll in den Fluss zu werfen, und meldeten sich zu Wort, wenn sie sahen, dass Müll an der falschen Stelle entsorgt wurde. Sie übernahmen damit eine gemeinsame Verantwortung. Letztendlich war es auch bequemer, wenn die Müllsammler den Müll gegen eine monatliche Gebühr in Höhe der Kosten für eine Packung Zigaretten direkt vor der Haustür abholten. Eine der Frauen sagte uns: „Für mich ist es am wichtigsten, wie sich dadurch die Situation für unsere Kinder verändert hat. Meine Kinder sehen nicht mehr, wie ich Müll in den Fluss werfe. Sie sehen, wie ich ihn sorgfältig trenne und auf den Abholtag warte. Sie lernen durch mein Beispiel – sie lernen, dass Müll nicht einfach verschwindet und dass wir alle eine Verantwortung übernehmen müssen.“ Diese Geschichten erinnern uns daran, dass jede Tonne gesammelten Mülls das Leben eines Menschen verbessert.

Die Einbeziehung der Gemeinden scheint ein wichtiger Teil des Projekts zu sein. Wie wird ihre Beteiligung gefördert?

Mari: Die Einbeziehung der Gemeinden steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Im Jahr 2025 haben wir im Rahmen von Project STOP gemeinsam mit dem Regentschaftsbezirk Banyuwangi unsere Bemühungen zur Verhaltensänderung intensiviert – durch Tür-zu-Tür Kampagnen, Dorfversammlungen und die Zusammenarbeit mit lokalen Influencern. Diese Bemühungen haben dazu beigetragen, die Beteiligungsquote der Haushalte zu erhöhen, obwohl wir stets nach mehr streben. Die Führungsrolle des Regentschaftsbezirks Banyuwangi war dabei von entscheidender Bedeutung und hat zu nationaler Anerkennung für gemeindebasierte Sanitärversorgung und öffentliche Gesundheit geführt. Wenn lokale Führungskräfte und Einwohner gestärkt werden, ist eine nachhaltige Veränderung möglich.

Was können wir für Project STOP im Jahr 2026 erwarten?

Mari: Wir haben noch viel vor. Im Jahr 2026 werden wir die Abfallsammlung auf weitere Dörfer ausweiten, eine zweite Sortieranlage in Karetan in Betrieb nehmen und mit dem Bau von zwei neuen Transferstationen beginnen. Nach ihrer Inbetriebnahme soll diese Anlage bis zu 260 Tonnen Abfall pro Tag verarbeiten (was der Menge an Abfall entspricht, die ein olympisches Schwimmbecken füllen würde) und damit bis zu zwei Millionen Menschen im Regentschaftsbezirk Banyuwangi Zugang zu Abfallentsorgungsdienstleistungen ermöglichen. Wir freuen uns auch über Innovationen wie die Umwandlung von recyceltem Polypropylen aus den von Project STOP gesammelten Kunststoffabfällen in Blumentöpfe, die sogenannten Wild Pots. Dies zeigt, wie Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesammelte Kunststoffabfälle in hochwertige Produkte verwandeln können.

Was bedeutet Project STOP für dich und für Borealis?

Mari: Project STOP begann als Idee innerhalb von Borealis, hat sich aber zu einer Bewegung entwickelt, die von Zusammenarbeit, Innovation und lokalem Stolz angetrieben wird. Für mich persönlich ist diese Reise von großer Bedeutung: nach vielen Jahren in Rollen für die Borealisgruppe auf Konzernebene habe ich mich entschieden, von Europa nach Indonesien zu ziehen, um näher an der Basis zu arbeiten und die direkten Auswirkungen meiner Arbeit zu sehen. Der eigentliche Erfolg liegt nicht nur in den Tonnen gesammelten Abfalls, sondern auch in den veränderten Lebensumständen und der wiedergewonnenen Hoffnung. Gemeinsam mit Systemiq, Clean Rivers, der Regentschaft Banyuwangi und unseren anderen lokalen Partnern bauen wir eine Zukunft auf, in der Plastik geschätzt und nicht verschwendet wird und in der die Gemeinden stolz auf die sauberere, gesündere Welt sein können, die sie schaffen. Wir bei Borealis sind stolz darauf, eine Vorreiterrolle einzunehmen, und laden alle ein, sich uns anzuschließen, um Kreislauflösungen Wirklichkeit werden zu lassen.

Neugierig auf mehr Informationen zu Project STOP?

Möchten Sie die weitere Entwicklung von Project STOP verfolgen und die Menschen kennenlernen, die etwas bewegen? Besuchen Sie www.stopoceanplastics.com für die neuesten Updates und treten Sie unserer Community auf LinkedIn bei, um zu sehen, wie die Initiative weiter wächst und Wirkung zeigt.

Lesen Sie hier die aktuelle Pressemitteilung zu den Erfolgen von Project STOP im Jahr 2025.